01 Januar 2012

Vertrauen

wünsche ich euch und Ihnen für das neue Jahr, so wie Tomas Tranströmer es in seinem Gedicht Schubertiana ausgedrückt hat. Hier ein Auszug:

"Auf wieviel wir uns verlassen müssen, um unseren Alltag leben zu können, ohne durch die Erde zu sinken! Uns auf die Schneemassen verlassen, die sich an den Berghang oberhalb der Stadt festklammern. Uns auf die Schweigeversprechen und auf das einverständige Lachen verlassen, uns darauf verlassen, daß die Unglückstelegramme nicht uns gelten und daß der jähe Axthieb von innen nicht kommt. Uns auf die Radachsen verlassen, die uns auf den Motorgelenken mitten in den dreihundertmal vergrößerten Bienenschwarm aus Stahl tragen. Aber nichts von dem da ist eigentlich unseres Vertrauens wert. Die fünf Streicher sagen, daß wir uns auf etwas anderes verlassen können. Und sie begleiten uns ein Stückchen auf dem Weg dorthin. So, wie wenn im Treppenhaus das Licht ausgeht und die Hand - vertrauensvoll - dem blinden Geländer folgt, das durchs Dunkel führt."

Martin Earles Animation A Galaxy Over There basiert auf dem Gedicht:

A Galaxy Over There from Martin Earle on Vimeo.

3 comments:

Heidi hat gesagt…

So schön!

Windrose hat gesagt…

Tomas Tranströmer war bis jetzt mir kein Begriff, obwohl er 2011 den Literaturnobelpreis erhielt.

Ein berührender Text!

Heidi hat gesagt…

Mir auch nicht.