31 August 2011

Kürbiskernbrot

Das heutige Brot ist nach dem glutenfreien Zwiebelbrotrezept gebacken, aber statt Zwiebeln sind hier Kürbiskerne und Hanfsamen dazugegeben, sowie Fenchel- und Anissamen. Das Brot ist sehr lecker. Mehr als Butter braucht es eigentlich nicht dazu. Weil ich es in Glasformen backe, stürze ich es nach dem Backen auf ein Gitter und bräune es unter dem Grill noch für 5 Minuten. Bei einem "richtig" gekneteten Brot ohne Form wäre das nicht nötig, aber dafür ist diese Art von Brot, wenn der Sauerteig einmal hergestellt worden ist, ohne viel Zeitaufwand selber zuzubereiten.



Glutenfreies Zwiebelbrot

Dieses Rezept ist eine Weiterentwicklung des Buchweizen- Sauerteig-Hefebrotrezeptes. Daran störte mich, dass man kohlensäurehaltiges Mineralwasser braucht, das ich nie im Haus habe. Wir haben sehr leckeres Brunnenwasser und brauchen keine Filter, um etwa vor dem Backen Chlor aus dem Wasser zu entfernen. Also habe ich nach einer chemischen Reaktion gesucht, die den gleichen Effekt, die Lockerung des Teiges, hat. Essig und Baking Soda/Natron sind ideale Kandidaten dafür und das Rezpt gelingt jetzt auch ohne Mineralwasser.

Sehr saftiges Brot mit guter Kruste und sehr schönen Poren. Ganz locker durch den Essig und Baking Soda. Das beste Brot bis jetzt.Das Einpinseln mit Öl entfällt, da das Öl direkt in den Teig gegeben wird.

Zubereitung Brotzrezept

Sauerteig - Starter mindestens einen Tag vorher ansetzen
zwei Esslöffel Trockenhefe mit 2 EL Süßungsmittel (Zucker, Honig, . . .) in zwei Tassen warmem Wasser auflösen
2 Tassen Reismehl (aus braunem Reis)
Die Angaben sind für Trockenhefe berechnet.
-
3 EL geschroteten Leinsamen mit 9 EL kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten quellen lassen
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Backformen einfetten und ausstäuben
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3-5 geröstete Zwiebeln (in der Bratpfanne anbraten, dann auf Backblech mit Salz bestreuen und braun backen)
-

500g Mehl (z.B. 250g Buchweizen, 100g Hirse, 100g Nackthafer, 50g Quinoa)
½ /1 -2 TL Kümmel
½/1 TL gem. Koriander & 1 TL Koriandersamen
2 TL Salz
3 TL Trockenhefe
1 TL Baking Soda
Trockene Zutaten vermischen
-
500 ml Sauerteigstarter (den Starter im Behälter s.o. nach Entnahme mit 1 Tasse Reismehl, 1 Tasse warmem Wasser und 1-2 TL Zucker füttern)
500 ml warmes, aber nicht heißes Wasser
20-30 ml Essig
2 EL Olivenöl
den vorher mit Wasser angerührten geschroteten Leinsamen
2 EL Melasse
die vorher gerösteten, abgekühlten Zwiebeln
Feuchte Zutaten miteinander verrühren.

Feuchte Zutaten zu trockenen Zutaten geben und mit dem Mixer verrühren. Der Teig ist sehr flüssig!!! Teig in eine oder mehrere ausreichend große, gefettete mit Mehl bestäubte Backformen geben. Ich nehme zur Zeit drei Glasformen. Etwa eine Stunde warm gehen lassen. Der Teig sollte sichtbar gegangen sein. Hängt von Zimmertemperatur ab, kann länger oder kürzer sein.
Backofen auf (335°F Umluft (ohne Umluft 365°F) heizen, in eine flache Schale Wasser in den Ofen stellen, die Backofenabzugsöffnung mit Alu verschließen. Bei fallender Hitze backen.

Zunächst 10-15 Minuten auf 335°F, dann auf 300°F (ohne Umluft 335°F) herunterregeln und weitere 50 Minuten backen, oder bis es sich beim Draufklopfen hohl anhört.
Natürlich kann dieser Teig auch ohne Zwiebeln mit mehr Saaten und anderen Gewürzen hergestellt werden.

An der Supermarktkasse

Ich bin dafür bekannt, viel "Grünzeug" zum Essen zu kaufen. Kind Nr. 2 wird von Freunden damit aufgezogen, dass es bei uns immer nur Salat zu essen gäbe. An der Kasse sagen die Kassierer häufig so etwas wie "Bys, you eats healthy!", und seitdem ich angefangen habe "Grüne Limonade" zum Frühstück zu trinken, ist der Bedarf an Grünkohl, Romaine-Salat, Äpfeln und Zitronen um 200% gestiegen. Aber auch Rote-Beete-Saft schmeckt lecker mit Apfel und Karotte gemischt, oder roher Rote-Beete-Salat mit Karotten und Tabasco.

Gestern stand ich dann an der Kasse und ein junger Kassierer dreht den Bund Rote Beete hin und her und sucht den Kassencode. Diese Roten Beete sind allerdings vom örtlichen Bauern und haben nur ein Gummiband um die Blätter. Jetzt ist das Gemüse nicht mehr identifizierbar und der Kassierer wendet sich mit hoffnungsvollem Blick an mich und fragt: "Do you know what this is?"

30 August 2011

Milchstraße im Zeitraffer

Tempest Milky Way from Randy Halverson on Vimeo.


Atemberaubend schön.

Aufgenommen von Randy Halverson, -Farmer, Photograph und Hobbyastronom in einer Person-, in South Dakota. Mehr Videos gibt es hier bei DakotaLapse.

27 August 2011

Port de Grave

Das dritte schöne Wochenende in einer Reihe verleitet uns alle Pläne über den Haufen zu werfen und Ausflüge zu machen. Heute nach Port de Grave, das etwa eine (Auto-) Stunde von St. John's entfernt liegt.



Ich bin von Leuchttürmen und dem ehemals recht einsamen Leuchturmwärterleben auf merkwürdige Weise fasziniert. Dieser Leuchtturm "Green Point" ist von 1895 und früher war das Leuchturmwächterwohnhaus direkt neben dem Leuchturm.




Von hier kann man French's Cove sehen, wo wir schon viele Male spazieren waren:



Die kleine Halbinsel beherbergt eine Ort mit herrlichem Namen: Blow Me Down. Hibb's Cove heiß früher einmal Hibb's Hole.



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26 August 2011

Langeweile

Mit meinen Kindern, und seien sie noch so alt, wird mir nicht langweilig. Nie!
Manchmal aber wünsche ich mir geradezu etwas Langeweile "auf diesem Gebiet" herbei.


25 August 2011

Noch mehr vom Baccalieu Trail

Ein Schuppen in Bay de Verde mit seiner roten Tür fiel mir ins Auge, erinnerte er mich doch an David Blackwoods Türmotiv.
Im Hintergrund sieht man hier das Meeresvogelschutzgebiet "Baccalieu-Island", mit der größten Artenvielfalt brütender Meeresvögel im Osten Nordamerikas. Der Zugang ist während der Brutzeit nur Forschern gestattet.
In Grates Cove sind Überreste von Steinmauern zu sehen, die Schafe und Ziegen aus den Gemüsegärten der Siedler fernhalten sollten.


Hier wies sich, dass es manchmal doch besser ist, ausgetretene Pfade zu benutzen, denn das Gelände erwies sich als sehr trügerisch. An manchen Stellen war der Grund so weich wie Wackelpudding. Ich bin bis zum Knie versunken und habe es mir bei der Gelegenheit ganz schön an einem Felsen gestoßen.

21 August 2011

Ausflug entlang des Baccalieu Trails

 "Sea Arch" bei Burnt Point
 Wir haben den Tiefpunkt erreicht:
Im wahrsten Sinn des Wortes. Eine holprige Straße führt zu einer Art Hillbilly-Siedlung mit Schrottbussen direkt am Strand mit schönem Blick auf Bay de Verde, das sich dank der Fischfabrik leider als ein in unvergessliches Aroma gehüllter Ort entpuppt, in dem man nur einen Gedanken hat. Schade.
Aber sonst ein unglaublich schöner Tag.

14 August 2011

Rekord

für diesen Sommer: zwei Sonnentage hintereinander, an denen man die Wäsche draußen aufhängen konnte und natürlich endlich mal wieder richtig spazieren gehen konnte.

In Portugal Cove sah es gar nicht so gut aus. Der Nebel rollte so richtig schön herein. Aber in Pouch Cove, das nur 30 Minuten entfernt liegt, war es wunderschön.












13 August 2011

Tiefhängende Wolken,

die, hingen sie noch tiefer, uns ganz schön eingeweicht hätten

und blasse Blaubeeren, am 12. August. Traurig.

08 August 2011

Ein Hoch über Grönland

blockiert eine Wetteränderung. Deshalb bleibt es gerade dauernd schlecht wie das schlimmste Frühlingswetter. Ab 12. August ist eventuell mit einer Besserung zu rechnen, aber so richtig glaube ich das noch nicht. Daher ein Video zu andauernder Veränderung als Gegenprogramm:

07 August 2011

Knoten im Taschentuch

Der Sommer hat sich einen Knoten ins metaphorische Taschentuch gemacht:
obwohl man ihm im Park einen Teppich ausgerollt hat.

Der Knoten erinnert den Sommer erfolgreich daran, es nicht an ausgiebigen Regenfällen fehlen zu lassen. Wir haben also Dauerregen . . . seit gefühlten vier Wochen. Sehr, sehr schade. Seit vorgestern knistert das Feuer im Kamin.

03 August 2011

Wie heißt diese Pflanze?

Beim Spaziergang in Manuels bin ich nun schon zweimal an dieser Pflanze mit den zierlichen Blüten vorbeigekommen und trotz Konsultation des wunderschön mit Aquarellen illustrierten Buches Wildflowers of Newfoundland and Labrador und einer Google Image Suche habe ich diese Pflanze nicht identifizieren können. Irgenwo habe ich noch andere Wildblumenbücher, aber da komme ich im Moment nicht dran.
Weiß jemand, was das für eine Pflanze ist?

Da ich wieder auf die alte Kamera umsteigen musste, ist leider fast immer was nicht im Focus, bzw. manchmal gar nichts :( Deswegen gibt's nur ein einziges Foto, man sieht im Hintergrund ein Blatt.

02 August 2011

Der Wetterfrosch

hat gesprochen: Die Temperaturen im Juli waren -verglichen mit dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre- jahreszeitgemäß, obwohl es mir kälter vorkam. Aber das lag an der Regenmenge, die es in sich hatte. Normal sind 89 mm im Juli, dieses Jahr waren es 150 mm. (In den letzten 20 Julitagen hat es nur einen einzigen Tag nicht geregnet, sagt der CBC-Wetterberichter weiter.)Kein Wunder, dass unser Biogärtner den Privatverkauf für die Saison dicht gemacht hat. Der Boden ist so nass, wie noch nie.
Aber dann gibt es solche Sonnenuntergänge und der Regen ist vergessen.

01 August 2011

Buchweizen-Sauerteig-Hefe-Brot

Edit 31.8.2011: Eine Weiterentwicklung des Rezeptes gibt es hier.

Besuch naht, der sich leider glutenfrei ernähren muss und, um ihn besonders willkommen zu heißen, habe ich mich zu einem glutenfreien Sauerteigbrotrezept inspirieren lassen. Es liegt in der Natur eines Experimets, dass das Ergebnis nicht immer so ist, wie man sich vorstellt oder wünscht. Aber dieses Experiment "is a keeper", wie man hier so schön sagt.



Buchweizen-Sauerteig-Hefe-Brot (Glutenfrei)

Sauerteig - Starter
zwei Esslöffel Trockenhefe mit 2 EL Süßungsmittel (Zucker, Honig, . . .) in zwei Tassen warmem Wasser auflösen
2 Tassen Reismehl (aus braunem Reis)
Ich kann keine frische Hefe bekommen, daher sind die Angaben für Trockenhefe berechnet.

Verrühren, in einen Behälter geben, mit einem Tuch abdecken und an einem warmem Ort 24h gären lassen.
Um nicht eine Menge guter Zutaten zu verbacken, die dann wegen Ungenießbarkeit auf dem Müll landen, habe ich ein kleines Probebrot aus der Hälfte der Zutaten, die für ein großes Kastenbrot nötig wären, gebacken. Für ein großes Kastenbrot, die Mengen und Backzeit verdoppeln.

Teigzutaten
225g Buchweizenmehl
25g Quinoamehl
2 TL Trockenhefe
½ TL Kümmel
½ TL gem. Koriander
1 TL Salz
Je 1 EL Hanfsamen, Sonnenblumenkerne (o. ä.)
Trockene Zutaten vermischen
-
3 EL geschroteten Leinsamen mit 9 EL kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten quellen lassen (hat Bindekraft von 3 Eiern)

1 Tasse Sauerteigstarter (den verbliebenen Starter im Behälter nach Entnahme mit 1 Tasse Reismehl, 1 Tasse warmem Wasser und 1-2 TL Zucker auffüllen/"füttern")
1 Tasse Mineralwasser
1 EL Melasse
Feuchte Zutaten miteinander verrühren.

Trockene Zutaten zu feuchten Zutaten geben und mit dem Mixer verrühren. Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform geben. Eine knappe Stunde warm gehen lassen (ca 50°C).
Der Teig sollte sichtbar gegangen sein.

Backofen auf  150°C (300°F) Umluft heizen, eine flache Schale Wasser (ca 1 Tasse) in den Ofen stellen, die Backofenabzugsöffnung mit Alu verschließen. Das kleine Brot etwa 35 Minuten backen, oder bis es sich beim Draufklopfen hohl anhört. Nachdem es fertig gegart ist, kann man es durch den Einsatz des Grills noch etwas bräunen, falls einem die Kruste nicht knusprig genug erscheint. Oberfläche mit Olivenöl einpinseln und abkühlen lassen. (Für die doppelte Menge ca. 70 Minuten Backzeit!)

Das Brot hat keinen zu hefigen Geschmack, wie ich zunächst befürchtet hatte. Das Brot schmeckt wie „richtiges“ Brot, nicht wie diese amerikanischen Schaumgummibrote. Es kommt ganz ohne den Einsatz von Kartoffel- /Tapiocastärke, Xanthan/Guar Gum aus. Letztere "gums" schmecken mir gar nicht, da sie Gebäck meistens eine Gummigeschmackskomponente hinzufügen, die es bei glutenhaltigem Mehl nicht hätte. Außerdem hat das Brot so mehr Nährstoffe als mit dem Stärkezusatz, was ja bei Menschen, die sich glutenfrei ernähren müssen, immer auch beachtet werden sollte.

Ich denke, mit den Zutaten kann man spielen. Buchweizen kann sicherlich durch Hirse ersetzt werden, aber probiert habe ich es noch nicht. Auch die Saaten- und Samenmischung kann sicherlich variiert werden.

Buchweizen hat einen ganz leicht bitteren Geschmack. Kennt mancheiner vielleicht von der salzigen Variante französischer Crêpes, den Galettes, die aus "sarrasin" - Buchweizen, hergestellt werden. Wem Buchweizen zu stark schmeckt, der könnte kleingeschnittene ungeschwefelte Aprikosen und Haselnüsse/Pistazien dazugeben. Ich stelle mir vor, dass das den Geschmack etwas abmildert.

EDIT 9. August 2011: Mittlerweile habe ich dieses Brot schon einige Male gebacken und da der Sauerteig reift, schmeckt es jedes Mal besser. Ich backe es in einer großen Kastenform und nehme nun fast die doppelte Menge und habe angefangen mehr und zusätzliche Gewürze wie Fenchel und Anis zu nehmen, insbesondere etwas mehr Salz (für die doppelte Menge Zutaten habe ich 3 TL Salz genommen). Ich glaube, ich könnte mittlerweile etwas weniger Hefe nehmen. Das letzte Brot hatte in der Mitte so eine kleine Luftkammer. Was aber auch daran liegen könnte, dass ich nicht lange gerührt habe oder es zu lange gegangen ist. Hier steht etwas über Sauerteig allegmein.)